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Es waren Crepes mit Erdbeeren und Gewürzgurken, die Salomon Lommatzsch an den Tagen seiner Zwischenprüfung kreierte. Zwar waren sie etwas zu dick, aber geschmeckt haben sie – dank der außergewöhnlich zusammengestellten Zutaten – ganz hervorragend und sie ließen zudem schon damals den Künstler im angehenden Koch erkennen, der in seiner Jugend unbedingt Pastor werden wollte. Neben seinem tiefen Gottvertrauen waren es die prägenden Jahr in einem Privat-Internat in Liberia/Westafrika mit täglichen Predigten, die in Salomon Lommatzsch diesen Wunsch aufkeimen ließen, zumal man sich ihn, im Hinblick auf seine positive und überzeugende Ausstrahlung, durchaus als solchen vorstellen könnte. Nun war da aber seine Großmutter väterlicherseits, die für ihn eine ganz andere Idee bereithielt. "Junge", sagte sie zu ihm, "du kochst doch so gerne und es macht dir Spaß, eure Gäste zu bedienen. Warum wirst du nicht Koch?" Der Enkel sollte diesen Vorschlag beherzigen. Salomon Lommatzsch, der Sohn eines deutschen Diplom-Ingenieurs und einer afrikanischen Predigern, wurde in Liberia/Westafrika geboren und kam im Alter von zehn Jahren erstmalig, wegen eines beruflichen Auftrags seines Vaters, nach Deutschland. Seine Schullaufbahn setzte Salomon Lommatzsch nach zwei Jahren aber in Liberia fort, während seine Familie, mit seinen drei Geschwistern, derweil bereits wieder in Deutschland, in Aachen-Haaren, lebte. Die beiden jüngeren Schwestern leben heute in Berlin. Michaela arbeitet dort als Ernährungsberaterin und Personal Trainerin, Melanie ist Grundschullehrerin. Bruder Francis ging später wieder zurück nach Afrika und wurde Pastor in Liberia. Um sprachliche Hürden meistern zu können, begann "Sammy" – so möchte er am liebsten genannt werden – später noch einmal mit dem Einstieg in die achte Klasse der GH-Schule in Aachen-Burtscheid. An den Sonntagen besuchte er regelmäßig die Kirche seines Wohnorts Aachen-Haaren, dort, wo er sich für die Gemeinde auch anderweitig einbrachte. Über einen Freund entdeckte Sammy die Liebe zur Musik, spielte später mit ihm in einer Band und besuchte zudem die bekannte Ballettschule "Brettschneider" in Aachen-Richterich, wo der gebürtige Liberianer Break-Dance und Rap-Kurse belegte. Der überaus sportliche Sammy spielte auch leidenschaftlich gerne Fußball, war im Haarener Fußball-Verein, von wo aus man ihn sogar gerne zum Profi-Spieler ausgebildet hätte. Er wollte aber vielmehr Sport studieren, was der aktive junge Mann dann aber als zu theoretisch und zu wenig "actionreich" empfand. Die Idee seiner Großmutter, schien ihm da viel interessanter und sollte von nun an seinen Berufsweg bestimmen, angefangen bei "MCDrive", wo er seine ersten Erfahrungen im Fast-Food-Bereich sammeln konnte. Im Novotel am Europaplatz in Aachen begann Sammy 1990 anschließend seine Ausbildung zum Koch. Sammy erinnert sich: "Meine Lehre war schon sehr streng, ich musste z. B. reihenweise französische Fachbegriffe erlernen, dabei war ich froh, gerade die deutsche Sprache zu beherrschen." In seiner Verzweiflung und Enttäuschung rief er seine Oma an. "Junge", sagte sie, "Lehrjahre sind keine Herrenjahre." Diesen Satz habe ich verinnerlicht und bis heute nicht vergessen. Seine Ausbildung setzte er fort, auch wenn ihm dabei so manches Malheur passierte. So geschehen innerhalb seiner Zwischenprüfung, als er Eistorten herzustellen hatte. Das war eigentlich kein Problem für den angehenden und einfallsreichen Koch, hätte die Reinigungsdame nicht die zurechtgestellten Zucker-Salzbehälter verwechselt, was letztlich ein ziemlich versalzenes Ergebnis hervorbrachte. "Das war zwar nicht meine Schuld, aber ich hätte nicht vergessen dürfen, vorher zu probieren", erinnert sich Sammy heute ganz entspannt an diese Nachlässigkeit. Die Gesellenprüfung bestand er trotzdem und darüber war er heilfroh, hatte der aktive Breakdancer dafür schließlich in den letzten Monaten jede Party ausfallen lassen und sich nur auf seinen Abschluss konzentriert. Das Ergebnis sollte er jedoch erst nach Jahren erfahren. 1994/1995 absolviert Salomon Lommatzsch seinen Bundeswehrdienst. Er blieb weiterhin sportlich aktiv, spielte Fußball und betrieb Kick-Boxen – bis es ihn in die Ferne zog. "Ich wollte unbedingt ins Ausland, etwas von der Welt sehen und dort Erfahrungen sammeln", denkt er zurück. So reiste er zunächst in die Schweiz, nach Luxern, arbeitete zwischenzeitig noch einmal in Deutschland, im "Ratskeller" in Aachen, und anschließend auf Mallorca, wo er als Koch auf einer Privatjacht tätig wurde. Die zahlreichen sportlichen Aktivitäten forderten jedoch in dieser Phase ihren Tribut und setzen Sammy, aufgrund einer Bandscheiben-Operation, zunächst für ein Jahr außer >>> weiter lesen