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Gefecht. Die Zeit der Genesung nutzend, bereitete er sich in Ruhe auf seine Meisterprüfung vor. Die nötigen Unterlagen, u. a. auch das Abschlusszeugnis der Gesellenprüfung befanden sich noch auf dem elterlichen Speicher. Dort, wo sie vor zehn Jahren – ungesehen – abgelegt wurden. "Ich war damals einfach nur glücklich bestanden zu haben, nun war die Freude umso größer, als ich feststellen konnte, dass ich meine praktische Prüfung sogar mit "Eins" bestanden hatte", erzählt Sammy amüsiert, der anschließend auch seine Meisterprüfung erfolgreich ablegen konnte. Erholt und voller Tatendrang zog es ihn erneut hinaus, diesmal für zwei Jahre auf den 6-Sterne-Luxus-Liner "Cristel Cruises" und danach für weitere zwei Jahre auf die Queen Elisabeth II. Die letzte Station seiner weltweiten beruflichen Reise führte den Chef de Cuisine nach Dublin/Irland, wo er für ein Jahr als Küchenchef in einem Edel-Restaurant eingestellt wurde. Zurück in Aachen, ließ er sich an der FAW im Zeitraum von zehn Monaten zum Dozenten für Auszubildende schulen und lehrt seither an Akademien und Bildungsträgern im Bereich Gastronomie und Hotelfach. " Die jungen Leute, die ich betreute, haben alle ihre Prüfung bestanden", berichtet Sammy stolz, "Ich bin immer für die Jugendlichen da und vermittle ihnen, dass sie das, was ich geschafft habe, durchaus ebenso erreichen können." Der Meisterkoch weiß, wovon er spricht, schließlich musste er selber eine harte Schule durchlaufen, hat Ablehnung und Intoleranz nicht selten am eigenen Leib erfahren müssen. 2008 meldete er sein eigenes Gewerbe an und ist seither deutschlandweit als Event-Koch über eine Agentur in Düsseldorf buchbar. Ein Freund stellte ihm den Kontakt mit der Geschäftsführung des bekannten Möbelhauses "Wohnwelt Pallen" in Aachen/Würselen her, seitdem kommt Sammy u. a. als Show-Koch für Charitiy-Veranstaltungen zum Einsatz, die zugunsten krebskranker Kinder veranstaltet werden – eine Herzensangelegenheit für den engagierten self-made-man, der innerhalb seiner Selbstständigkeit, neben vielen anderen, bereits einige Prominente bekochen durfte, darunter Geiger David-Garrit, den Rapper Tyga, die Klitschko-Brüder, sowie Peter Maffay. Der Begegnung mit dem Rock-Musiker misst er eine besondere Bedeutung bei. "Peter Maffay ist ein super Typ, sehr menschlich, sehr bodenständig, damit hat er mein Herz berührt", schwärmt Sammy, den dessen Engagement für traumatisierte Kinder und Jugendliche nachhaltig beeindruckt hat. Nun sind es aber nicht nur bekannte Größen, die Salomon Lommatzsch bekocht, sondern vor allem Leute von nebenan, die entweder ein Candle-Light-Dinner wünschen oder auch die Beköstigung von größeren Gruppen bis zu 300 Personen bei Veranstaltungen wie Betriebs- oder Familienfeiern. Darin eingeschlossen sind die Planung, wenn gewünscht, der Einkauf der Waren, die Organisation und letztlich das Zubereiten der Speisen. Dabei bietet Sammy seinen Kunden, neben gehobener und gut bürgerlicher Küche, beispielsweise Gourmet Finger Food, exotische Küche oder auch African Food an. Er erscheint dann mit seinem eigens dafür erworbenen und bestens ausgestatten Kochmobil, das alles bereithält, was er benötigt, um, inspiriert durch seine internationalen Erfahrungen, die ausgefallensten Kreationen entstehen zu lassen, denn das ist seine Welt. "Der Job ist mein Leben", überzeugt der Koch-Virtuose, der sich selbst als Charity-Koch ansieht und dessen großer Wunsch es ist, irgendwann einmal ein eigenes Restaurant zu eröffnen, in dem er auch Kochkurse anbieten möchte. "Put some music in your food" lautet sein Slogan, denn Kochen ist für Salomon Lommatzsch wie Kunst und Musik zugleich, eine Komposition aus einzelnen Zutaten, die am Ende, optisch und geschmacklich einen harmonischen Genuss hervorbringen sollen. Schließlich führt das Gespür für die richtige Auswahl an Lebensmitteln letztlich zum Erfolg eines Kochs. "Kochen ist eine Kunst, aber nicht jeder Koch ist ein Künstler", lautet deshalb auch ein Lieblingsspruch von Sammy, der später von all seinen Einnahmen einen Teil sozialen Projekten zukommen lassen möchte. "Ich habe zwar kein Kapital, aber eine Begabung, mit der ich etwas machen möchte", erklärt Salomon Lommatzsch, der kürzlich bei einem Besuch in seiner alten Heimat hautnah mit dem Elend und der Armut dort konfrontiert wurde. Schwer bepackt, mit ganzen 46 Kilogramm Kleiderspenden, traf er dort ein, mit nur acht Kilogramm flog er wieder nach Deutschland zurück. "Das tut meiner Seele gut", merkt der Halbafrikaner an, der einmal im Jahr all seine Freunde kontaktiert, wobei er diese um Sach- und Kleiderspenden bittet, die er eigenhändig vor Ort bringt. Das gibt ihm eine tiefe Befriedigung. Dabei soll es nicht bleiben. "Ich liebe Kinder über alles und deshalb möchte ich Kindern auf der ganzen Welt helfen und dort anfangen, wo die Not am größten ist", so der Vater der drei Söhne Sammy Junior, Joshua und Gabriel. Dass er es damit ernst meint, nimmt man ihm ohne Zweifel ab – spätestens, wenn man sieht, wie herzlich er mit Kindern umgeht – seinen kleinsten Sohn nennt er liebevoll "big boy".

Text fasst von: Marion Peters / Profile aus der Städteregion Aachen